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| Leserinnenbrief von
vpod-Sekretärin Corinne Schärer zum vorgesehenen Stellen- und Lohnabbau beim
Bundespersonal
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In der Sonntagszeitung vom 13. Juli
rechtfertigte Peter Hablützel, Direktor des Eidgenössischen Personalamtes, den
vorgesehenen Stellen- und Lohnabbau beim Bundespersonal. Peter Hablützel ist für rund
37'000 Angestellte beim Bund verantwortlich. Seine Personalpolitik und seine
Stellungnahmen haben aber darüber hinaus Signalwirkung, denn die Abbaupolitik der
öffentlichen Verwaltungen und insbesondere des Bundes werden für die zukünftige
Abbaupolitik in der Privatwirtschaft als Rechtfertigung dienen. Peter Hablützel versucht
zu beschwichtigen, indem der Abbau von 600 Stellen ohne Entlassungen vorgenommen wird.
Aber aufgepasst: diese 600 Stellen werden trotzdem nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt sein.
Und da stehen zurzeit zig Tausend Leute für Jobs an. Wenn heute Stellen gestrichen
werden, dann bedeutet dies für die vielen Leute ohne Jobs, dass sich ihre Chancen auf
Arbeit noch mehr verringern. Darum wehren sich die Gewerkschaften gegen jeglichen
Stellenabbau. Auch der Teuerungsausgleich darf nicht einfach dem wilden Sparen zum Opfer
fallen. Denn damit verringert sich die Kaufkraft des Personals. Das führt dazu, dass die
37'000 Angestellten des Bundes noch weniger konsumieren und die Wirtschaft erst recht
bachab geht. A propos Wirtschaftskrise: die Gewerkschaften und der vpod sind mitnichten
der Meinung, dass der Bund mit allen Mitteln sparen muss. Selbst Bundesrat Kaspar Villiger
gibt zu, dass die Staatsquote in den letzten Jahren gesunken ist und die Defizite
zurückgegangen sind. Darum ist der Schweizerische Gewerkschaftsbund und der vpod der
Meinung, dass die Bürgerlichen Politiker die Stunde der Gunst nutzen, um einen groben
Angriff auf den Service Public zu lancieren. Das Sparpaket des Bundes ist regelrecht
gefährlich: denn die gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten werden verstärkt
und es droht eine hausgemachte Rezession. Die Gewerkschaften und der vpod haben in den
letzten Monaten und Wochen immer wieder darauf hingewiesen, dass das Sparpaket
hundertprozentig falsch ist. Ein Sparpaket notabene, das nicht nur inakzeptable und
falsche Einschnitte beim Personal fordert sondern auch die AHV, die Bildung und
Energieprogramme gefährdet. Darum weise ich die Aussage von Peter Hablützel, dass die
Gewerkschaften für das Sparpaket Verständnis zeigen, vollumfänglich zurück. Im
Gegenteil: Die Personalverbände des Bundes - der vpod, PVB und garaNto - bekämpfen das
Sparprogramm und bereiten zurzeit ihre Teilnahme an den geplanten Aktionen im September
vor. Corinne Schärer, Gewerkschaftssekretärin vpod, Bern |