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| Reorganisation des BBL
beim Bund: so nicht! |
Die MitarbeiterInnen des Bundesamtes für
Bauten und Logistik (BBL) fielen der durch die öffentliche Verwaltungen rollenden
Reorganisationswelle zum Opfer. Nach jahrelangen treuen und geschätzten Dienste müssen
Sie plötzlich massivste Lohneinbussen (über 2000 Franken pro Monat) und beleidigende
Degradierungen in Kauf nahmen. Es ist zwar nachvollziehbar, dass gewisse Erneuerungen bei Hausdienst, Technik und Reinigung notwendig sind, um deren Funktionsweise im Interesse der Allgemeinheit zu verbessern. Es ist auch zu begrüssen, dass Entlassungen und Privatisierung vermieden wurden. Aber... Inakzeptable Vorgehensweise Die Art und Weise, wie die Reorganisation ausgeführt wird, lässt den Verdacht schöpfen, dass man wieder unter dem Vorwand des öffentlichen Interesses auf dem Rücken der MitarbeiterInnen sparen will. So wurde ein neues Einreihungskonzept erarbeitet. Alle Stellen wurden extern neu ausgeschrieben, die bewährten MitarbeiterInnen mussten sich neu bewerben. Es wurde Ihnen nicht einmal ein Vorrang gegenüber der externen Bewerbern gegönnt, geschweige von einer internen Bewerbung. Ein harter Schlag für die Moral der Besatzung. Viele bis jetzt gelobten mittleren Kader wurden bis zu 10 Besoldungsklassen degradiert. Auch ohne Lohneinbussen (keine Kürzung ab 57 Jahre) liegt die Kränkung auf der Hand. Die Verantwortlichen behaupten, gegen viele die Macht missbrauchenden "kleinen Königen" vorzugehen. Wieso nennt man aber die "Delinquente" nicht beim Namen und zieht sie disziplinarisch zur Verantwortung, anstatt das ganze Personal zu bestrafen? Diese Vorgehensweise erinnert an düstere Zeiten: kollektive Verantwortung war doch im real existierenden Sozialismus beliebt. Ausserdem wurden die nun angeprangerten "kleinen Könige" jahrelang durchaus toleriert, wenn nicht belohnt. Es handelt sich also um einen Führungsfehler. Wieso müssen nun die MitarbeiterInnen für die früheren Managementfehler bezahlen? Untaugliches Einreihungskonzept Das neue Einreihungskonzept lässt auch zu wünschen. Es wird argumentiert, dass die Löhne dem Privatmarkt angepasst werden sollen. Eine Reorganisation ohne Privatisierung wäre nur unter dieser Voraussetzung möglich. Die Privatisierungsdrohung wird erpresserisch dazu benutzt, die mittleren und tieferen Löhne nach unten und die Managementlöhne nach oben zu pressen. Will sich das BBL unter Druck der Privatisierer als Musterknabe profilieren? Wohin soll das führen? Soll ganz allgemein in der Bundesverwaltung gesenkt werden? Man vergisst dabei, dass es Lohngerechtigkeit innerhalb der Bundesverwaltung gibt, welche aufgrund der festgelegten Besoldugnsstruktur, die amts- und departementsübergreifend funktionieren muss. Der Bund hatte bis jetzt eine etwas sozialere Lohnstruktur als die Privatwirtschaft. Soll er jetzt auf seine Vorbildrolle als sozialer Arbeitgeber verzichten? Die Taktik des kleinsten gemeinsamen Lohnnenners dient bestimmt nicht dem Wohl aller BürgerInnen - und dies ist die Rolle des Service Public - sondern den Interessen der Arbeitgeber und Spitzenmanager. Der vpod kämpft, nicht allein Unsere Gewerkschaft will sich das alles nicht gefallen lassen. Sie hat Nachverhandlungen mit dem Finanzdepartement gefordert und kämpft für Verbesserung des Einreihungskonzeptes. Es gilt, die krass ungerechten Neueinreihungen rückgängig zu machen. Der vpod setzt sich auch für ergänzende Massnahmen zum Sozialplan ein, falls jemand trotzdem eine Lohneinbusse erleiden müsste. Wir haben auch Unterstützung im Nationalrat: Der NR Peter Vollmer, Mitglied des vpod und früherer Sekretär der Sektion bern bundespersonal hat eine Interpellation eingereicht. Er kritisiert die Reorganisation und fordert den Bundesrat auf, die angeordneten Lohnkürzungen zu korrigieren und die Personalpolitik in Zukunft so auszugestalten, dass die Lohnschere beim Bund sich nicht ständig weiter öffnet. Auch der Personalverband des Bundes macht sich für die reingelegten MitarbeiterInnen des BBL stark. Im Weiterem sind in der Berner Presse viele kritische Artikel und Leserbriefe erschien. Man kann von einer Solidaritätsbewegung für die KollegInnen im BBL sprechen. La lutte continue! Magdalena Zajac, Präsidentin der Sektion bern bundespersonal |